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Zulassungsergänzung vom 29.01.2016 (Zulassungs-Nr. Z-33.47-811)

Brandschutz Zulassung

Konstruktive Brandschutzmaßnahmen für EPS-Wärmedämm-Verbundsysteme im Holzbau

Die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung des Brandverhaltens bei schwerentflammbaren (B1) Wärmedämm-Verbundsystemen mit EPS-Dämmstoffen wurden in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (Z-33.47-811) ergänzt.

Diese Zulassungsergänzung beinhaltet konstruktive Brandschutzmaßnahmen für schwerentflammbare (B1) EPS-Wärmedämmverbundsysteme.

Davon sind folgende Fassadendämmsysteme betroffen:

  • StoTherm Classic
  • StoTherm Vario

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern (Gebäudeklasse 1-3) werden die brandschutztechnischen Anforderungen an Fassaden mit mindestens normalentflammbar (B2) eingestuft. (siehe Tabelle 1)

Somit gelten die zusätzlichen konstruktiven Brandschutzmaßnahmen gem. Zulassungsergänzung nicht, sofern keine höheren Anforderungen an das Brandverhalten gestellt werden.

Ausnahme:

Es wird von der örtlichen Behörde eine höhere Anforderung an das Brandverhalten gestellt.

In Deutschland sind die brandschutztechnischen Anforderungen an Fassaden in der Musterbauordnung (MBO) sowie in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) geregelt. Zusätzlich gelten für Gebäudeklassen 4 im Holzbau die Vorgaben aus der Musterholzbaurichtlinie (M-HFHHolzR).

Tabelle 1: Auszug aus Brandschutztechnischen Anforderungen an Fassaden

Gebäudeart Richtlinie und Verordung Anforderung an Fassaden
Gebäudeklasse 1-3
Gebäude geringer Höhe
(≤7 m**)
Musterbauordnung
bzw. die jeweilige Landesbauordnung
Mindestens
normalentflammbar (B2)
Gebäudeklasse 4
Gebäude mittlerer Höhe
(>7m & ≤13 m**)
Musterbauordnung
bzw. die jeweilige Landesbauordnung,
M-HFHHolzR*
Mindestens
schwerentflammbar (B1)
Gebäudeklasse 5
(>13m & ≤22 m**)
Musterbauordnung
bzw. die jeweilige Landesbauordnung,
M-HFHHolzR*
+ zusätzliches Brandschutzkonzept
erforderlich
Mindestens
schwerentflammbar (B1)
Anmerkung:
Mit Brandschutzkonzept
und Zustimmung im
Einzelfall eventuell ausführbar

* M-HFHHolzR Stand 2004 ** (Höhe: Oberkante des Fußbodens des höchstgelegenen Geschosses mit Aufenthaltsraum ab OK Gelände)

(Quelle: Technische Systeminformation 6 des Fachverbands WDVS)


Zudem können sich weitere Anforderungen aus objektspezifischen Brandschutzkonzepten, privatrechtlichen Forderungen und Verträgen, sowie Ausschreibungen und besonderen Gebäudesituationen ergeben. Diese Forderungen gelten allgemein und sind unabhängig von dem vorgesehenen Fassadendämmsystem.

Bei Gebäudeklassen 4/5 müssen folgende zusätzliche konstruktive Brandschutzmaßnahmen ausgeführt werden:


  • 1. Äußere Beplankung der Wände bis zur Höhe der Decke des 3. Geschosses über Geländeoberkante oder genutzten angrenzenden horizontalen Gebäudeteilen (z.B. Parkdächer u.a.) mit nichtbrennbaren Plattenwerkstoffen (Baustoffklasse DIN 4102-A oder Klassen A1 bzw. A2-s1, d0 nach DIN EN 13501-1).
    Die Platten für die Beplankung müssen mindestens in die Klasse K230 nach DIN EN 13501-2 eingestuft sein.
  • 2. Ausführung einer nichtbrennbaren Außenwandbekleidung oder eines schwerentflammbaren WDVS mit nichtbrennbarem Mineralwolle-Dämmstoff oberhalb eines max. 90 cm hohen Spritzwassersockels über Geländeoberkante oder genutzten angrenzenden horizontalen Gebäudeteilen nach Nr. 1 bis zur Höhe der Decke über dem 1. Geschoss, jedoch auf mindestens 3 m Höhe.
  • 3. Ein Brandriegel an der Unterkante des WDVS mit EPS-Dämmstoff. Auf den Brandriegel kann verzichtet werden, wenn der Bereich des 1. Geschosses mit einem mindestens schwerentflammbaren oder nichtbrennbaren WDVS mit nichtbrennbarem Mineralwolle-Dämmstoff ausgeführt wird und die Putzschicht (bewehrter Unterputz + Oberputz/Schlussbeschichtung) in unveränderter Schichtdicke ohne Versprung von diesem Bereich in den Bereich des EPS-WDVS übergeht.
  • 4. Ein Brandriegel in Höhe der Decke des 3. Geschosses über Geländeoberkante oder angrenzenden horizontalen Gebäudeteilen nach Nr. 1, jedoch zu dem darunter angeordneten Brandriegel mit einem Achsabstand von nicht mehr als 8 m. Bei größeren Abständen sind zusätzliche Brandriegel einzubauen.
  • 5. Weitere Brandriegel an Übergängen der Außenwand zu horizontalen Flächen (z.B. Durchgänge,- fahrten, Arkaden), soweit diese in dem durch einen Brand von außen beanspruchten Bereich des 1. bis 3. Geschosses liegen.
  • 6. Weiterhin ist ein Brandriegel maximal 1,0 m unterhalb von angrenzenden brennbaren Bauprodukten (z.B. am oberen Abschluss des WDVS unterhalb eines Daches) in der Dämmebene des WDVS anzuordnen. Dieser Brandriegel ist ebenfalls mit einem Klebemörtel vollflächig anzukleben.

    Bitte beachten Sie die Anforderungen, die ein Brandriegel gem. Zulassungsergänzung (siehe AbZ Z-33.47-811) erfüllen muss.
  • 7. Die für schwerentflammbare (B1) WDVS im Abs. 4.6.2 „Stürze und Laibungen“ (siehe AbZ Z-33.47-811) vorgeschriebenen Maßnahmen im Bereich der Außenwandöffnungen müssen erst oberhalb des Brandriegels nach Nr. 4 ausgeführt werden.


Wir weisen darauf hin, dass es sich hierbei um einen Auszug aus der Zulassungsergänzung handelt. Weitere Informationen finden Sie in der Zulassung AbZ Z-33.47-811, die wir Ihnen auf Wunsch gerne zusenden.

Anfrage

Die komplette Zulassung senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.